Lebendiges Künstlergespräch bei Lichtinstallation "Motus Mori"

Foto: Sander van der Schaaf

Das Archiv »Motus Mori« ist eine Sammlung menschlicher Bewegungen der Künstlerin Katja Heitmann. Es bewahrt die alltäglichen Gesten, die sich in der individuellen Körpersprache eines jeden Menschen zeigen. Seit 2019 haben über 2000 unterschiedliche Menschen mit ihren persönlichen Bewegungen dazu beigetragen und wurden durch die Künstlerin videografisch im Archiv festgehalten. Im Domhof wurden die Bewegungen in Schatten und in Hologrammen originalgetreu auf Bildschirmen und monumental an den Außenfassaden des Doms projiziert. Jede Bewegung zeigte das Besondere und Spezifische, wie wir uns bewegen, wenn wir nicht darüber nachdenken. Im Herantreten an die Projektion wurde deutlich, was individuell ist und worin wir uns gleichen.
Im Gespräch erläuterte Sander van der Schaaf, der die Installation zusammen mit Katja Heitmann konzipiert hat, interessierten Mitgliedern des Dombauvereins die technische Planung: die Projektion der Bewegungen auf die Fassaden des Mariendoms, die Kalibrierung von Licht und Hologramm Screens sowie die Herausforderungen, die eisige Temperaturen für die Ausrüstung darstellten. Die anwesenden Mitglieder stellten zahlreiche Rückfragen zur Entstehungsgeschichte, zur kreativen Konzeptentwicklung und zur technischen Ausarbeitung – ein lebhafter Austausch, der die Diskussion vertiefte.
Die Performance erstreckte sich nicht nur über den Domhof, sondern bewegte sich entlang des Nordparadieses bis zum Schulhof des Mariano-Josephinums. Trotz der winterlichen Kälte herrschte eine interessierte und aufmerksame Atmosphäre; das Publikum ließ sich Zeit und beobachtete fasziniert, wie Licht und Bewegung miteinander verschmolzen.
Der Hildesheimer Dombauverein förderte diese Lichtkunst und freute sich, Teil dieses besonderen Festivals zu sein.