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14.03.2018

Hannover und das Jahr 1665

Die Propstei St. Clemens Hannover übernimmt anlässlich des 300-jährigen Kirchweihjubiläums der Basilika St. Clemens die Premiumpatenschaft für das Jahr 1665 auf dem Zeitstrahl, der die über 1200-jährige Geschichte des Bistums widerspiegelt.


Am Dienstag, 13. März 2018, fand im unteren Kreuzgang des Mariendoms zu Hildesheim die feierliche Übergabe der Patenschaft für das Premiumjahr 1665 am Zeitstrahl statt. Der Dombauverein hatte dazu Vertreter der Propstei St. Clemens aus Hannover eingeladen.

Weihbischof Heinz-Günter Bongartz hieß die Gäste als Domdechant und Hausherr herzlich im Mariendom - in diesem "bedeutenden Haus" - willkommen. Weihbischof Bongartz sprach den Gedanken aus, dass Gott in der Schöpfung zu finden ist, der Zeit eine Struktur gibt und Gott somit selbst in der Zeit zu finden ist. Der Bezug zum Zeitstrahl wurde hergestellt, der in dem romanischen Kreuzgang eingebracht ist und auch ein Ort des Gebetes ist - sich Zeit nehmen für und bei Gott. Herr Weihbischof Bongartz brachte seine Freude darüber zum Ausdruck, die Feierstunde miteinander am Zeitstrahl begehen zu können. 

Dr. Ingo Meyer begrüßte die Gäste im Namen des Dombauvereins und blickte zurück auf das Jahr 1665, das für den Wiederbeginn katholischer Gottesdienste in Hannover steht. Der hannoversche Landesherr Johann Friedrich eröffnete die Möglichkeit, die erste Heilige Messe nach der Reformation in Hannover zu feiern - am Weihnachtsfest 1665 im Leineschloss. Das Jahr 1718 stand dann für die Kirchweihe der ersten katholischen Kirche in Hannover nach der Reformation - der heutigen Propsteikirche Basilika St. Clemens. Dr. Meyer erinnerte daran, dass die Patenschaft für dieses bedeutende Jahr bereits 2014 vom Dekanat Hannover übernommen wurde. Dies verdeutlicht die enge Verbundenheit zwischen Hannover und Hildesheim - zwischen St. Clemens und dem Dombauverein. Dr. Meyer drückte seine Freude aus über die erneute Übernahme einer Patenschaft - die Patenschaft für das Premiumjahr 1665.

Propst Martin Tenge erwiderte die herzlichen Grüße und griff den Gedanken der Verbundenheit auf. "Hannover ist ein Teil des Bistums und wir lernen gegenseitig, dass wir zueinander gehören". Propst Tenge unterstrich, dass die "Zukunft Geschichte würdigt. Ein Blick in die Geschichte gibt Impulse für die Zukunft". Propst Tenge erläuterte, dass nach der Patenschaft für das Jahr 1718 ein weiteres gewollt war. Er erinnerte an die überwiegend aus anderen Ländern stammenden 80 Bediensteten des Hofes Johann Friedrichs, die die erste Heilige Messe in Hannover nach der Reformation feierten. "Die Feier der Eucharistie ist ein Faktor für die Integration". Die Ernennung der Kirche zur Basilika unterstrich die weltkirchliche Offenheit. 

Frau Doris Schröder-Köpf, die Schirmherrin des 300-jährigen Kirchweihjubiläums der Basilika St. Clemens, beschrieb ihre ganz besondere Freude, bei dieser feierlichen Übergabe der Premiumspatenschaft dabei zu sein. Mit einem Augenzwinkern griff sie den Integrationsgedanken auf: "Eine Migrantin aus Bayern spricht für Hannover in Hildesheim". Frau Schröder-Köpf sprach von der besonderen Ehre, die Schirmherrschaft angetragen bekommen zu haben. Als Beauftragte des Landes für Migration und Teilhabe beschrieb Frau Schröder-Köpf ihre Aufgabe, sich um die Integration der Migranten zu kümmern. Einen wichtigen Teil übernimmt die katholische Kirche, in der diese Menschen ein zu Hause finden. Aus welchen Quellen, aus wie vielen unterschiedlichen Nationalitäten sich der katholische Nachwuchs in Hannover speist, war ein weiterer Gedanke. Frau Schröder-Köpf verwies auf die Internationalität, die Offenheit und die Toleranz, die dort jeden Tag gelebt wird. Zurückblickend auf die Geschichte des Bistums beschrieb Frau Schröder-Köpf das Bistum Hildesheim als ein Flüchtings- und Vertriebenenbistum, in dem die Kirchengemeinden erste Anlaufstellen waren und Menschen ein zu Hause fanden. Frau Schröder-Köpf wünscht sich für die Zukunft, dass die katholische Kirche weiterhin ein Ort der Gemeinschaft und des sozialen Engagements bleibt.

Im Verlauf der weiteren Zeremonie übergaben Weihbischof Bongartz und Dr. Meyer stellvertretend für das Domkapitel und den Dombauverein die Patenschaftsurkunde und die Patenschaftsplakette für das Premiumjahr 1665 an Propst Tenge und Frau Schröder-Köpf. Bei einem Glas Wein gab es im Foyer des Dommuseums die Möglichkeit zum weiteren Austausch und zu anregenden Gesprächen, was gern von den Teilnehmern der feierlichen Übergabe wahrgenommen wurde.