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18.05.2017

"Triumph und Tod. Frühe Kruzifixe"

Exklusivführung durch die Sonderausstellung im Dommuseum für die Mitglieder des Dombauvereins


Bronzekruzifix aus dem Schatz der ehem. Abteikirche in Essen - Werden

Die Direktorin des Dommuseums Dr. Claudia Höhl begrüßte die Teilnehmer im Namen des Dommuseums und des Dombauvereins zur Premiere einer exklusiven Führung. "Die Räume des Dommuseums zu beleben, zu lernen, zu diskutieren und ins Gespräch über die Exponate der Ausstellung zu kommen", darauf war Dr. Claudia Höhl gespannt und lud herzlich dazu ein. Ein besonderer Dank ging an die Unterstützer des Dommuseums und deren Engagement. Dr. Claudia Höhl richtete Grußworte an den Restaurator Uwe Schuchardt, der die Führung durch seine Erläuterungen über die Restaurierung bereicherte.

Noch bis zum 28. Mai steht der berühmte Bronzekruzifix aus Werden an der Ruhr im Zentrum einer Sonderausstellung zum Thema "Frühe Kruzifixe". Infolge einer Rettungsaktion wegen Brandgefahr wurde der Kruzifix vor einigen Jahres beschädigt und kürzlich in der Werkstatt des Dommuseums durch Uwe Schuchardt restauriert. Dadurch resultiert die einmalige Gelegenheit, den ottonischen Kruzifixen in Hildesheim die beeindruckende Darstellung des toten Christus aus dem Werdener Schatz gegenüberzustellen.

Dr. Claudia Höhl und Uwe Schuchardt erläuterten die unterschiedlichsten Aspekte des Bildwerks, die thelogischen und kunsthistorischen Fragen, aber auch die Probleme der Restaurierung. 
Zu Beginn der Führung verwies Dr. Claudia Höhl auf unterschiedliche Exponate zum Thema Kreuz, beispielhaft auf ein "Einzelblatt aus einem Missale", das den Gekreuzigten zwischen Maria und Johannes sowie den Personifikationen der Kirche und der Synagoge zeigt. Den Gegensatz der Darstellung des Gekreuzigten zwischen dem Kruzifix aus Ringelheim und dem berühmten Bronzekruzifix aus Werden unterstrich Dr. Claudia Höhl anschaulich: einerseits der Menschgewordene am Kreuz, andererseits der Entrückte - die unterschiedlichen Aspekte von Gottesbildern kommen zum Ausdruck.

Uwe Schuchardt beschrieb detailliert, wie es zur Beschädigung des Kruzifix und im Nachgang zur Restaurierung kam. Anschaulich und sehr prägnant erklärte er die Beschaffenheit des Exponates und den zu Grunde liegenden fast reinen Kupferguß, der eine besondere Form des Gießens darstellt und ein hohes Maß an Handwerkskunst erforderte.

Anschließend nutzten die interessierten Teilnehmer die Gelegenheit, ausführlich ins Gespräch zu kommen und Fragen zu stellen. Mit einem kleinen Imbiss und dem Hinweis, dass auch bei der nächsten Sonderausstellung eine exklusive Führung angeboten werden soll, klang der informative Abend aus.